Nach Zerstörungen im Verlauf des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) und des Zweiten Weltkrieges und nach umfassenden Modernisierungen in den letzten Jahrzehnten ist die historische Bausubstanz in Kaiserslautern erheblich dezimiert.
Zu den ältesten Zeugnissen gehören die Ruine der ehem. Kaiserpfalz und die Burgruine Hohenecken als eindrucksvolle Architekturbeispiele der Hohenstaufer, die Reste der mittelalterlichen Stadtbefestigung, die Stiftskirche, einer der bedeutendsten gotischen Kirchenbauten der Pfalz, sowie die einstige Bettelordenskirche St. Martin, ein typischer Vertreter der vorderpfälzischen Reduktionsgotik. In den gründerzeitlichen Erweiterungsgebieten hat sich trotz der Kriegsschäden ein hoher Anteil der ursprünglichen Bausubstanz erhalten. Teilweise dokumentieren komplette Wohnquartiere von hoher städtebaulicher Qualität diese Epoche. Wichtige stadtbildprägende Akzente bilden die 1843-46 nach Plänen von August von Voit errichtete Fruchthalle, das 1875-80 von Karl Spatz entworfene Gewerbemuseum sowie die Ende des 19. Jh. erbauten Kirchen (Marienkirche, Apostelkirche). Zwei Filmtheater, in der Frühzeit dieser Baugattung entstanden (1911/13), sind wegen ihres Seltenheitwertes auch überregional bedeutsam. Die Architektenpersönlichkeit Hermann Hussong hat in den 1920er Jahren durch sein Schaffen die Stadtsilhouette entscheidend mitgestaltet. Mehrere herausragende Wohnsiedlungen, die im Auftrag gemeinnütziger Wohnbaugesellschaften errichtet wurden, tragen seine Handschrift. Die Stadt beherbergt heute eine überdurchschnittlich hohe Zahl an Schulen, darunter etliche qualitätvolle Baudenkmäler des 19. und 20. Jh. Allein für die beiden großen Konfessionen existieren derzeit 31 Kirchen, anhand derer sich die stilistische Entwicklung der Kirchenbaukunst nahezu lückenlos nachvollziehen läßt.
In den historischen Ortskernen der ursprünglich selbständigen Stadtteile überwiegen Profanbauten des 19. Jh., nur wenige bäuerliche Hofanlagen überdauerten unversehrt die Zeiten, darunter der ehem. Schlehhof in Hohenecken, der zu den seltenen Zeugnissen spätbarocker Architektur im Bearbeitungsgebiet gehört. Mit dem Aufblühen der Industrie Ende des 19. Jh. wandelten sich die einst landwirtschaftlich geprägten Dörfer mehr und mehr zu Wohnsiedlungen für Arbeiter und Angestellte.
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz, Band 14: Dieses Buch richtet sich primär an die geschichtlich interessierten Bürger der Stadt. Auch die Art der Darstellung, der Versuch, Historie allgemeinverständlich zu erzählen, hilft dem interessierten Laien bei dem Zugang zu der Geschichte Berzaberns. Der ausführliche Bildteil illustriert ausführlich und treffend das im Text Gesagte.